Sonntag, 3. Oktober 2010

Verläßlichkeit = Definitionssache

Gemäß Niklas' aktuellem Blogbeitrag erlaube ich mir mal eine Meinung. Nicht unbedingt zu S21, nunja, vielleicht auch, aber der Reihe nach.

Erst muss ich einmal konstatieren: Mehrheiten können sich im Laufe der Zeit ändern. Werden Großprojekte im Jahre 1995 mit einer bestimmten Mehrheit befürwortet, muss diese Mehrheit im Jahre 2010 nicht mehr unbedingt vorhanden sein. Spätestens bei der nächsten Landtagswahl wird es bei gleichbleibender Stimmungslage im Ländle einen Politikwechsel geben. Dass auch bei einem Lagerwechsel in der Regierung solche Großprojekte nicht abgesagt werden, ist wohl Teil der Verläßlichkeit Deutschlands bzgl. Großprojekten, an die im Falle von S21 u.a. Angela Merkel erinnert hat.

Leider gibt es nun aber das Sprichwort "wer im Glashaus sitzt, ...", denn: um diese Verläßlichkeit ist es imho derzeit eh nicht gut bestellt. Oder warum wird gerade der Ausstieg aus dem Atomkonsens vorbereitet?

Nur zur Erinnerung: Beschlossen wurde vor 10 Jahren u.a. dass kein Kraftwerk länger als 32 Jahre laufen soll. Nachdem rot-grün abgewählt und mittlerweile schwarz-gelb im Amt ist, werden diese beschlossenen (!) Laufzeiten mal schwupps verlängert. Dadurch wird plötzlich Krümmel insgesamt 50 Jahre laufen - obwohl weltweit noch kein AKW solange gelaufen ist. (Ironie Anfang) Gut, dass die Kosten für eventuelle Nachrüstpflichten für die Betreiber aufkommensneutral gehalten werden (Irionie Ende).


Bei S21 werde ich mich weder den Befürwortern noch den Gegnern anschließen (Choose your battles!), gegen Atomstrom werde ich weiter wettern. Heut hab ich bspw. endlich den Antrag auf 100% Ökostrom gestellt.Asche auf mein Haupt, dass es so lange dauerte.


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